Dr. Seltsam oder:
Keine Angst mehr vor der Bombe*

Durch Dummheit in den Dritten Weltkrieg?

Im moralbesoffenen Deutschland werden mancherorts offenbar schon Grundschüler aufgefordert, sich mit der Ukraine zu solidarisieren, wenn eine Mutter, die sich auf Twitter bitter darüber beklagte, nicht übertrieben hat. Aber man glaubt es sofort.

„Die von Deutschland bereitgestellten Waffen für die Ukraine sind übergeben worden“, melden stolz hiesige Gazetten, und tausend tapfere Europäer eilen angeblich zu den in der Ukraine wahllos verteilten Kalaschnikows wie einst Friedensbewegte, aber Kampfeslüsterne, zu den Guerillas in Südamerika.

Kühle Köpfe, Diplomaten gar, sind unerwünscht, wenn der Gerechtigkeit zum Siege verholfen werden muss. Und weil die Generation Annalena in der Schule lediglich den Adolf rauf und runter durchgenommen hat und seine von interessierten „Experten“ identifizierten Wiedergänger überall bekämpfen will, wird ihr das Schlagwort „Sarajewo“ auch nicht auf die Sprünge helfen, um zu erkennen, wie schnell aus einem Regionalkonflikt ein Weltenbrand wird. Nur so ist zu erklären, dass die EU die schnelle Aufnahme der Ukraine prüfen will, Bündnisverpflichtungen inklusive.

 

In England sitzt zwar kein Churchill an der Spitze, aber dafür einer, der ein Buch über Churchill geschrieben hat, und sich nun beweisen will. Und in den US und A? Da heißt der Oberbefehlshaber Joe, und der Joe machte Putin bei seiner Rede zur Lage der Nation (State of the Union) unmissverständlich klar, dass er „zwar Kiew mit Panzern umzingeln kann, aber so wird er nie die Herzen und Seelen des iranischen Volkes gewinnen“. (Nein, verehrte Leser, wir haben uns nicht verschrieben.)

Aber auf die Amis kommt es an, auch wenn der Chef dort nicht mal genau weiß, wo es gerade brennt. Denn „wir“ (um mit Merkel zu sprechen) sind nicht vorbereitet, Worten Taten folgen zu lassen. Schon ist von der Wiederfreischaltung der Wehrpflicht die Rede, wobei die Strategen vergessen, dass es für die, die nicht für Schaschkiw sterben wollen, ein Leichtes ist, die Einberufung zu umschiffen. Es reicht, auch dank der FDP, zum Einwohnermeldeamt zu gehen, und schon wird aus Markus eine Tessa, die dann wahrscheinlich zu irgendeinem BDM-Nachfolger gehen darf.

(Nun, wer ist Schuld am Krieg? Wer hat Recht bei der Auseinandersetzung? Da fällt uns spontan ein Erlebnis aus der eigenen Jugend ein: Nachdem ich meinem Vater bei einem Beinaheunfall während einer Übungsfahrt als 17-Jähriger empört klargemacht hatte, dass ich unschuldig an dem Vorfall sei, sagte der nur: „Hier ruht Maier, er hatte die Vorfahrt.“)

 

Was auffällt neben der Infantilisierung der deutschen und europäischen Politik und Presse: Der Einsatz türkischer Drohnen (Flügbümms), die offenbar mehr taugen als die unbewaffneten, mit denen die Bundeswehr spielen darf.

Der grüne Robert wird in Washington hofiert wie der heimgekehrte Sohn, was wieder mal zeigt, dass dort wohl der Ursprung des grünlinken Moralo-Zeitgeistes liegt.

 

An der Heimatfront

Wenn Worten Taten folgen müssen, wird es eng für Sozialisten aller Farbschattierungen. „Wir haben Platz“, tönen die rotgrünen Spießgesellen bei jeder medialen Gelegenheit, aber wenn dann mal ein Zug aus Polen kommt, ist es auch wieder nicht recht. „Mit jedem Zug aus Richtung Polen kämen 500 bis 1000 Menschen nach Berlin“, klagen nun die, die den Mund stets zu voll nehmen, und sie bitten „dringend“ um die Weiterleitung von Flüchtlingen aus der Ukraine in andere Teile des Landes.

 

Was Karl für Corona, das ist Annalena für die Ukraine. Da schreibt tatsächlich ein Journo in der Welt, die Grüne beweise, „dass sie ein Gespür für die richtigen Worte hat“. Leider hinter pay, so dass wir nicht wissen, was diese richtigen Worte gewesen sein könnten. Vielleicht, dass sie alle aufnimmt, die nun das Zauberwort „Ukraine“ sagen? Auch wenn die einem eher syrisch oder senegalesisch vorkommen?

 

Hoffentlich haben wir bald wieder mehr Platz für solche kleinen Narreteien: Wegen Nachwuchsproblemen – die Kleinen mögen nicht mehr Fußball spielen, vielleicht weil’s zu oft Prügel von den großen Brüdern der anderen Mannschaft gibt, aber das wurde natürlich nicht thematisiert – krempelt der DFB den Jugendfußball um.

Statt zwei Toren gibt es dann vier Tore (nicht weil der DFB-Präsident Winzer ist!), und um den Leistungsdruck zu minimieren, werden keine Meisterschaftsrunden ausgetragen.

Das erinnert uns an eine Folge Two an a half men, als Charly mit reichlich Restalkohol, ein Spiel seines Neffen Jake besucht.

Charly: Wer gewinnt?

Soccer Mom: Niemand. Wir zählen die Tore nicht, wir glauben es ist gesünder, wenn die Kids nur zum Spaß spielen.

Charly: Sie nehmen mich hoch, oder?

Jake (am Abend zuhause): Mann, ich habe keine Lust mehr. Wir haben verloren: 12:2

Season 1, episode 5 (Ab Minute 2:50)

 

Titelzeile sehr frei nach:
Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb

 

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